Interview mit Susanne Bruckner von Pandoga

Das Internet ist ein wundervoller Ort – wenn wir es sinnvoll nutzen!

Unter diesem Motto starte ich heute eine Reihe von Interviews mit Menschen, die das bereichernde Potential der Social Media wie Facebook und Co. erkannt haben und es nutzen, um wertvolle und hilfreiche Gedanken, Ideen und Informationen zu verbreiten.

Seit geraumer Zeit bringt Susanne Bruckner Bewegung in meine Wahrnehmung. Anlässlich ihres aktuellen Pandoga Video-Projektes habe ich sie um ein Interview gebeten.

Susanne, ich habe dich Anfang 2015 bei Facebook über deine Gruppe  Bodenarbeit – Zirzensik – Freiheitsdressur kennen gelernt. Wie kam es dazu, dass du diese Gruppe ins Leben gerufen hast und was ist dir wichtig in der Kommunikation zwischen Menschen und Pferden?

„Hallo Mona. Erst einmal vielen lieben Dank für dieses Interview.

Als Physiotherapeutin und Lehrerin für Gymnastik, Haltung und Tanz (Medau-Schule / TU München etc.) beschäftige ich mich seit über 25 Jahren mit dem Thema Körper und wie er natürlich zu bewegen und zu stärken ist, damit er keine Schmerzzustände und Abnutzungserscheinungen entwickelt. Der Mensch überträgt sich in allem auf sein ganzes Umfeld. Und das bewusst oder wie leider meist unbewusst stets 1:1. Nahezu sämtliche chronischen Sorgen entstehen aus unbewussten Verhaltensweisen bzw. aus Verhaltensweisen, bei dem dem Menschen nie wirklich geholfen wurde sie zu erweitern. Das betrifft ebenso im wahrsten Sinne des Wortes nahezu alle „Missver-STÄND-nisse“, die er im Alltag und natürlich auch im Umgang mit den Pferden erlebt.

Die Verbindung zu Pferden als Geschenk geniessen

Menschen werden wie keine andere Spezies von der Wirtschaft geleitet. Dadurch werden sie auch körperlich massenhaft von ihren tatsächlichen Interessen und Möglichkeiten für ein natürlich-starkes Leben weg geführt. Wir können kaum ein größeres Geschenk genießen als die Verbindung zu den Tieren, die noch deutlich naturverbundener reagieren als der Mensch. Wichtig ist, dass wir uns nicht dazu verleiten lassen sie mit in die Geschäftswelt hinein zu ziehen, indem wir versuchen ihre Reaktionen durch Leckerlis oder gar Druck und Zwang etc. zu erkaufen und zu erzwingen. Dann kann sich im natürlichen Gemeinsam Wunderbares entwickeln. Das werden wir daraus weit, weit mehr genießen als „nur“ ein Pferd das brav folgt und seine Lektionen abliefert.

Auch ich durfte das mit Pferden erleben und es ist nicht „eben mal“ zu beschreiben, was sich daraus alles zum Positiven verändert hat. Sich einlassen anstatt zu manipulieren und manipuliert zu werden, sich erleben anstatt sich starr zu „positionieren“, leichtfüßig und geschmeidig reagieren anstatt festgefahren in „Kopf-Techniken“, die uns in den Kopf gesetzt wurden.

Pferde schenken uns herrliche Dinge: Weitaus mehr unser Leben genießen zu können, wenn wir hinsehen, hin fühlen und für möglich halten, dass unser Kopf sehr, sehr oft fremdgetäuscht wurde. Pferde verstehen uns in unseren zwangsvorgeben VER-haltensweisen nicht gleich. Gleichzeitig bieten sie uns durch einen immensen Vertrauensvorschuss an, ihr Leittier zu sein, wenn wir körperlich glaubhaft sind und uns und unserer Natur nicht in uns selbst aus uns heraus nonstop widersprechen. Pferde merken und zeigen das sofort und schenken uns damit die stete Aufforderung, schlicht authentisch zu sein und zu erfahren wie lebensstark das macht.

Kraft, Präsenz und Selbstschutz im Zusammenspiel mit den Naturkräften

Tiere zeigen uns, dass wir mit unserer wirtschaftsgeprägten Kopfsprache nicht wirklich weit kommen und allein mit ihr nicht wirklich glaubhaft sind. Sie unterstützen uns dabei, die wichtigste und älteste auch unserer Sprachen wiederzufinden: Die Körpersprache. Kennen wir unseren Körper nicht, kennen wir unsere Körpersprache genau so wenig wie die Informationen, die wir nonstop über sie aussenden. Die Themen Kraft, Präsenz und Selbstschutz werden durch unsere Rumpf-Führung ausgedrückt und von geschmeidig-beweglichen Armen und Beinen umgeben, die sich sinnigerweise erst einmal mit den Naturkräften anstatt mit „Fitness-Trainern“ umgeben.

Wenn wir Menschen den naturverbundenen Lebewesen wieder verbundener werden, schenken wir uns den Genuss und die Sicherheit von Schmerzfreiheit, Stärkung und Schonung.

Daher die Gründung dieser Facebook-Gruppe. Ich hoffe, dass sie ihren offenen Teil dazu beitragen wird, genau das aus dem so grandiosen NATUR-Angebot „Bodenarbeit, Zirzensik, Freiheitsdressur“ mit den Pferden zu machen was es ist:

  • Keine „Arbeit“ sondern intensivierter Lebensgenuss.
  • Kein „Zirkus“ zu reinen Showzwecken, sondern ein sinniges sich gemeinsam Stärken
  • Keine „Dressur“ sondern ein sich gegenseitig lehren, unterstützen und positiv anleiten.“

In einem Gespräch mit einem Gruppenmitglied hast du etwas über das Führen von Pferden geschrieben. Der Satz „… und selber aus dem Popo heraus antreten“ hat mich hellhörig gemacht. Worauf sollten wir Pferde-Menschen mehr achten?

Unsere Körpersprache spiegelt die uns zugefügten Manipulationen

„Ja, ich weiß worauf Du ansprichst 🙂 Ich versuche immer auch auf den Körper des Menschen und die damit verbundene Körpersprache hinzuweisen. Sie spiegelt nicht immer unsere Kommunikationswünsche wider, sondern meist die uns zugefügten Manipulationen. Dann wundern oder ärgern wir uns, warum das Pferd dies und das angeblich nicht versteht…

Unsere Pferde verstehen alles – vor allem die Wahrheit!

Sie merken sofort, ob wir selbst tun was wir ihnen „predigen“ und selbst genießen, was wir ihnen als stärkend zeigen wollen!

Wie ist das nun mit dem natürlichen Basisbewegungsmotor? Klappt das Bewegen bei uns Menschen gesund, wenn wir nicht unseren eigenen Motor aktivieren? Wo soll das Pferd antreten? Mit dem Kopf? Mit dem Vorderbein? Mit dem Rücken? Oder mit seinem Popo? Die Antwort ist uns für das Pferd klar: Aus dem Popo heraus. Doch wir selber treten massenhaft mit hinten herausstehendem Hinterteil, Hohlkreuz, Buckel und Nackeneinzug an. Und so gehen wir weiter, weil wir uns nie aus dem „Fohlenstand“ weiterentwickelt haben bzw. nie körperbewusst und körperstärkend geschult wurden.

Mitmach-Übung für ein Aha-Gefühl in wenigen Sekunden

Stell Dich bitte an eine Wand und spüre, welche Teile Deines Rückens die Wand berühren. Wahrscheinlich leider der Po und die Buckelmitte der Brustwirbelsäule. Warum? Weil die heutigen Menschenbeine nonstop dazu neigen, sich immer noch fohlenhaft durchzustrecken und damit den Rumpf zusammenfalten. Durch die immer noch zur „Fohlendurchstreckung“ neigenden Beine hebeln wir unsere Wirbelsäule aus, da solche Beine ein Zwangshohlkreuz schaffen. Das Becken wird schon im Stand blockiert anstatt es zu dem zu machen was es ist: DAS Zentrum unserer mittigen Gesamteinstellung!

Nun probiere die Kniedurchstreckung zu lösen und schlicht genüsslich „bis in die Beine auszuatmen“. Wenn du nun die Wand ein kleines bisschen herunter rutschst (das Becken setzen!) wirst Du sofort merken, dass sich zumindest schon einmal die Lendenwirbelsäule sofort in Richtung Wand bewegt: Das Hohlkreuz beginnt sofort damit sich auszugleichen. Nun probiere bitte einmal, daraus direkt einen Schritt von der Wand wegzumachen = das Becken unterzuschieben und aus dem Po anzutreten, wie wir es dem Pferd ja auch stets beibringen wollen. Sofort wirst Du spüren, dass uns Menschen das sehr ungewohnt ist. Wir neigen um-gehend dazu, die Nase und den Brustkorb nach vorne zu strecken, anstatt mit dem Po anzutreten.

Und? Gelesen und genickt? Auch ausprobiert? Keine Sorge, der weitere Text wartet bis du damit gespielt hast und wieder zurück bist.   😉

Selber spüren und genießen, was wir das Pferd für sein Haltungs- und Bewegungsleben spüren und genießen lassen möchten.

Wir Menschen treten wie die Fohlen an und erwarten von den Pferden, dass sie es anders tun. Lernen wir mit den Pferden und ändern das, schlagen wir zwei Bewegungsfliegen mit einer Klappe. Und dadurch vermitteln wir das auch viel souveräner. Im Umgang mit dem Pferd ist daher nichts gesünder als sich stets an schlichten (Bewegungs-)Gedanken zu orientieren: Mein Popo ist Dein Popo, mein Bauch ist Dein Bauch, meine Beine sind Deine Beine etc.“…

Zu Schulbeginn hast du ein Video geteilt, in dem du Eltern zeigst, wie sie ihre Kinder beim Tragen des Schulranzens unterstützen können. Uns Pferde-Menschen ist klar, dass wir ein Fohlen noch nicht satteln oder mit Packtaschen beladen. Für Schulkinder gibt es aber lange Bücherlisten… 

Erzähle uns bitte etwas über Lastenträger und Tragekünstler. Du zeigst ja auch interessante Vergleiche aus dem Tierreich auf.

„Der Lastenträger

ist ein unter seiner Last ZWANGS-LÄUFIG gebeugter Mensch. Der Mensch entspricht dem „steigenden Pferd“. Daher hat er  eindeutig das gleiche Problem das auch ein Fohlen hat, das nicht reifen durfte und nicht balanciert, zentriert und bewegungssensibilisiert wurde: Es drückt unter der Last des Sattels den Lendenwirbelsäulenbereich ins Hohle, während es krampfhaft versucht, das im Übergangsbereich zur Brustwirbelsäule und damit im Sattelbereich auszugleichen. Daraus entwickelt sich natürlich auch im Bereich vor dem Sattel eine Verkrampfung und Fehl- bzw. Ausweichstellung. Da auch beim Menschen durchgestreckte „Fohlenbeine“ bereits im Stand dazu führen, dass wir nach vorne kippen, buckeln wir mit unseren (v)erwachsenen Körpern in der Brustwirbelsäule dagegen und ziehen die Halswirbelsäule darüber ein. So stehen bereits im Stand nahezu alle Gelenke in Anschlagsposition. Daraus entstehen natürlich keine sinnigen Bewegungen sondern körperliche Schäden . Wer den Fohlenstand für sich selbst nicht auflöst und nicht selbst die „klassischen Ausbildungsregeln der Gymnastizierung“ schätzt und verfolgt, wird nie in den Genuss gelangen, ausgewogen balanciert, spielraumfähig in allen Gelenken und muskulär ideal geschmeidig zu sein. Er wird daher die mindestens gleich schwer(!)wiegenden Probleme entwickeln wie ein Pferd, das ohne sinnige Grundgymnastizierung belastet, belastet und belastet wird. Da wir im Rahmen der Naturkräfte leben (Schwerkraft!) wirkt bereits unser eigenes Körpergewicht be-last-end gegen uns, wenn wir uns nicht mittig in allen Gelenken mit dem Boden verbinden, der uns andererseits im AUSGEWOGENEN Zustand herrlich gesund(end) trägt und mit bewegt.

Es ist wirklich ein Drama, dass wir millionenfach sofort aufschreien wenn wir ein Pferd sehen, das niemals gesund gymnastiziert wurde und mit steifen, verformten Beinen, Hängerücken und eingezogen vor Muskelschmerzen vor uns steht, während wir nicht hinsehen, dass genau das heutzutage nahezu jedem Menschen geschieht…

Warum sehen wir nicht hin? Die Antwort ist leider leicht: Weil es unseren Eltern auch nicht anders er-ging und ihnen daher gar nicht auffällt, was uns körperlich fehlt(e). Und weil die Wirtschaft keine ausgereiften Menschen wünscht. Warum? Dem auch körperlich ausgereiften und damit sich selbst ideal schonungsfähigen Menschen steht viel, viel mehr frei als dem „bedürftigen“ Menschen. Er wird viel seltener brav Zwangslösungen kaufen oder „in Kauf nehmen“… Die Wirtschaft schätzt Abhängigkeiten und Sorgen, die krampfhaft nach Kauflösungen suchen lassen. Die Natur dagegen schätzt die Stärke und Beweglichkeit, die sie uns völlig kostenlos mit auf den Weg gegeben hat und die wir jederzeit genießen können, wenn wir uns daran erinnern 🙂

Der Tragekünstler

hat sich über Beckenaufrichtung in die Lage ver-setzt, sich in all seinen Gelenken zu fühlen und sie mittig miteinander zu verbinden. Wie die Perlen einer Perlenkette, denn genau so wurde er von der Natur „konstruiert“, um sich ideal geschmeidig und fließend bewegen zu können. Vor allem weiß und genießt er, wo seine körperlich größte Kraft wohnt: Im Bauch und nicht in den Beinen und in den Armen. Wir würden niemals ein Auto kaufen, das in jedem Reifen einen Motor benötigt, weil vergessen wurde in die Karosserie den einen einzubauen, der das Auto wirklich ökonomisch bewegt und die Reifen auf leichteste und schonendste Weise schlicht mit-bewegt. Aber wir kaufen wir der Wirtschaft ab, dass es nichts Gesünderes gäbe als möglichst viele Motoren zu haben…

Wir benötigen auch körperlich Sicherheiten, um nicht um zufallen. Das trifft auf jedes Lebewesen zu. Solange wir diese Basissicherheit nicht in unserer Körpermitte (der Karosserie) genießen, werden wir sie immer wieder krampfhaft in unsicheren „Kinderbeinen und -armen“ suchen. So können wir nicht spüren, wie schlecht es nicht nur unseren Armen und Beinen, sondern vor allem unserem wichtigsten Tragepunkt, der Körpermitte, dabei geht.

Trägt der Tragekünstler Lasten auf seinem Rücken wird er sich nicht einreden lassen, das mit „Rückentraining“ und Rückenkrampfverspannung irgendwie zu ertragen. Er wird sinnigerweise „von vorne“ = aus dem Bauchraum gegenhalten und somit niemals als dem körperlichen Lot geraten.

Werde selber ein Tragekünstler!

Kein Fohlen kann sich zum tragefähigen Reitpferd entwickeln, wenn wir es nicht entsprechend unterstützen und anleiten. Kein Kind kann sich jemals zum Lebenstragekünstler entwickeln, wenn wir ihm nicht die Sprache des Körpers und den Genuss seiner Mittigkeit und damit herrlich freien Gesamt-Beweglichkeit beibringen. Mehr denn je sind wir aufgefordert selbst Tragekünstler zu werden = zu genießen, was unser Körper jederzeit problemlos zu leisten vermag, wenn wir ihn natürlich-stärkend zu bewegen wissen.

Es gibt nichts Wichtigeres als den jeweils nächsten Schritt.

Der Mensch macht tagtäglich 3.000 – 15.000 Schritte. Er trägt also 3.000 – 15.000 mal sein gesamtes Körpergewicht auf jeweils einem Bein, dem sogenannten Standbein, während er das Spielbein in den Schritt bewegt. Stell Dir vor Du machst eine „Übung“ im Fitnessstudio mit dem Gewicht Deines Körpergewichtes täglich 3.000 – 15.000 mal. Was das bezüglich deines Trainingszustandes für immense Konsequenzen hat ist klar.

Beim Gehen spüren wir das leider nicht mehr, da wir es so oft tun. Keine „Übung“ der Welt wird jedoch jemals den Effekt der tausenden von Schritten schlagen, wenn es um die Frage geht, ob wir uns gesund bewegen oder nicht. Kein Training außerhalb unseres Alltags wird jemals ausgleichen können, was wir uns antun, wenn wir uns beim Gehen fehlbelasten anstatt unsere Schritte Schritt für Schritt dafür zu nutzen, immer geschmeidiger und im Ganzen ausgewogener zu werden.“

Du hast auf deiner fb-Seite das „Gehen Fuß vor Fuß“ beschrieben. Bei meinem nächsten Hundespaziergang habe ich damit gespielt und konnte fast nicht glauben, dass es so, wie ich es als Kind ausprobiert habe, richtig und gesund sein soll.

Elefanten und Nilpferde sind uns weit voraus

„Genau das war es von jeher und was Deine Natur Dir aus „Probierneugier“ so sehr ans Herz gelegt hatte war genau das, was den Körper ideal-natürlich weiterentwickelt. Mach Dir noch die zusätzliche Freude und rufe Deine Hunde zu Dir her und fotografiere sie in ihren Bewegungsmomenten. Sie werden Dir herrlich zeigen, dass sie bereits seit ihrem 7. /8. Lebensmonat für sich genießen, was Du beim „Wiedereinstieg“ ins Fuß vor Fuß jetzt wieder für Dich erlebst und zu verfeinerst. Auch Elefanten und Nilpferde sind der Rasse Mensch weit voraus, wie ja auch auf vielen Bildern auf meiner FB-Seite zu sehen. Sie machen keine zwei Trampelpfade, sondern genießen die stets eine Bewegungslinie direkt unter ihrer Körpermitte!

In traumhaft edler Form präsentieren uns das natürlich auch die solide gymnastizierten Dressurpferde, die ihre Füße stets aus der EINEN Linie führen. Reine Eleganz und ein Augenschmaus.

Wie kommen Fußabdrücke von Enten und Pinguinen in die Reithalle?

Welche Fußabdrücke hinterlassen Menschen barfuß am Strand oder in der Reithalle? Meist ausgedrehte Senkspreizfüße im Rechts-Links-Abdruck, die dem Enten- und Pinguingang ähneln. Dementsprechend wackeln natürlich auch unsere Oberkörper nonstop hin und her und hin und her. Enten und Pinguine verbringen ihren Alltag mit herrlich geschmeidigen Bewegungen im Wasser. Wir Menschen haben meist vergessen, dass wir zu über 70% aus reinem Wasser bestehen. Fließende Bewegungsweise in unserem Alltag an Land sind meist Fehlanzeige.

Genau diese Bewegungsweise steht uns aber jederzeit frei, sobald wir uns wieder da weiterentwickeln, wo wir aufgehalten wurden. Also rauf auf die EINE Linie des Fuß-vor-Fuß. Sie wird uns zur geschmeidigen Selbstverständlichkeit werden, je öfter wir sie probieren, probieren und probieren 🙂  Und wenn es anfangs wackelt und komisch aussieht berühren wir unsere bisherigen Bewegungsgrenzen!

Wie die Kinder probieren, probieren, probieren bis es klappt!

Wenn wir uns nicht mehr verängstigt davon abhalten lassen, wackelnd und komisch zu werden, können wir unsere Körper weiterentwickeln. Dann kommen wir in einen herrlichen Genuss. Wie zu den Zeiten, als wir Kinder noch genossen haben uns und unsere Körper gemeinsam zu bewegen und auszuprobieren, auszuprobieren, auszuprobieren. Bis etwas klappte und klappte und klappte.  :-)“

Früher wurde ich dafür kopfschüttelnd angeschaut…

„Probier das heute mal – da sieht Du nur noch Kopfschütteln. Der Masse wurde erfolgreich eingeredet, im Breitbeingang an Land zu stehen und zu gehen sei cool und Marschieren das Ziel der passenden Haltung für uns. Die Wirtschaft hat dabei „vergessen“ uns mitzuteilen, dass das nicht die körperlich passende Haltung ist, sondern die angepasste einer Masse, die zu gehorchen, zu folgen und zu kaufen hat. Hat prima geklappt. Die Branche der Verkäufer von Hosen, die bis zu den Knien rutschen, wenn man nicht breitbeinig steht und geht, hat auf diese Verkaufsweise Milliardenumsätze erreicht…

Ich sollte wegen Senkspreizfüßen Einlagen tragen.  Meine Mutter hat es definitiv gut gemeint, zweifelte aber, ob ihre Tochter wirklich eine „Fehlkonstruktion“ vom Lieben Gott = der Evolution sein sollte.

„An dieser Stelle: Herzlichstes Danke an Deine Mutter für ihre gesunden Zweifel!!! Hosenverkäufer und Einlagenverkäufer sind sich sehr ähnlich in ihren Zielen…“

Zum Glück war ich sturer als der Orthopäde und die Dinger flogen so lange irgendwo rum, bis sie nicht mehr passten.  😉

Gratuliere von Herzen!!!  🙂   🙂

Du ziehst spannende Parallelen zwischen Schuheinlagen bei Kindern und (orthopädischem) Hufbeschlag bei Pferden. Erzähl uns bitte etwas darüber, bevor wir uns dein Video zum SchuleinTRITTdazu anschauen.

Bitte schaltet kurz das Kopfvideo an. Dann ist leicht zu verstehen, was im heutigem „Gesundheitswesen“ schief läuft:

Kopfkino: Ein Fohlen kurz nach der Geburt

Stellt Euch bitte ein neu geborenes Fohlen vor, das gerade erst das Stehen und Gehen ausprobiert. Es ist völlig normal und natürlich, dass es erst einmal im unsicheren Breitbeinstand dasteht. Das ist von der Natur als kurzfristige Krücke als Hilfestellung so geplant!

Würden wir deshalb „Hilfe“ rufen? Nein. Würden wir umgehend den Schmied anrufen, damit er dem Fohlen mit einem Spezialbeschlag hilft? Nein. Würde uns irgendein Schmied dieser Welt einreden können, dass sich das Fohlen gesund entwickeln wird, wenn man ihm umgehend den eindeutig notwendigen „orthopädischen Hufbeschlag“ unter die kleinen Hufe packt? Definitiv nein!!!

Pferde sind Lebewesen außerhalb unseres eigenen körperlichen Lebens. Was sie angelangt sehen wir die Realität also problemlos. Das Fohlen braucht einfach Zeit, viel FREI-lauf, Buckeln, über die Weide springen, sich ausprobieren. Es sucht und findet seine Balance in seiner Basis, damit es LEICHT-füßig wird, und nicht krampfhaft dauerverstellt bleibt.

Dennoch lassen wir uns oft auf der Gewissensbasis verunsichern: „Sie wollen doch sicher das Beste für ihr Kind?“ „Sie werden ihm die orthopädischen Einlagen unter seinen Füßchen deshalb doch sicher kaufen!“ Dabei können wir uns zutiefst sicher sein: SO sicher nicht!

Auch bei Menschenkindern ist der Fohlenstand normal

Bis zum Alter von 5 – 6 Jahren ist es absolut entwicklungs-normal, dass auch das Menschenkind im „Fohlenstand“ steht. Um das umzustellen unternimmt es bestenfalls seine ersten neugierigen Eigenversuche. Kein Kind der Welt muss man  erst einmal überzeugen, dass es aus Trainingsgründen die Bordsteinkante entlang zu balancieren hat. Es hat natürliche LUST darauf = ein wunderbarer Liebesakt der Natur FÜR das Kind 🙂

Eltern wird meist eingeredet, dass sie das Liebevollste für ihr Kind tun , wenn sie gleich das erste „Hilfsmittel“ kaufen. Angeblich ist sein Fohlenfuß ja eindeutig fehlerhaft und nur der Kauf eines Hilfsmittels kann das „reparieren“. Unseren Pferden helfen wir um Vieles sicherer und sinniger: Wir stärken seine Mitte, führen es in körperliche Basisbalance bis es das „Schwanken“ lässt und erste wirkliche Sicherheiten entwickeln kann. Vorher würden wir es niemals mit einem Sattel oder gar einem Reiter belasten.

Der Schulranzen ist der „Sattel“ der Kinder

Eltern und Reiter dienen den Interessen der Wirtschaft, wenn wir nicht darauf achten, dass der „Fohlenhufbeschlag“ nicht tragbar ist! Es so wichtig das zu erkennen und nicht anzunehmen! Das bedeutet aber nicht, dass das Kind einen Schulranzen nicht gesund tragen könnte. Aber dafür benötigt es wie das Pferd unser Hinsehen, unsere Unterstützung und unsere vorbildliche Anleitung!!!

Ein Fohlen kann nicht selbst herausfinden, wie es den Reiter gesund tragen kann. Ein Kind kann nicht selbst herausfinden wie es sich selber mit dem Schulranzen gesund tragen kann! Schließlich verlangen wir auch von keinem Menschen, dass er Spanisch lernt ohne es zu hören, zu erleben und beigebracht zu bekommen!

WIR sind gefragt UNS zu balancieren

So kann das Kind sehen und mit-erleben, wie gut das tut und wie viel leichter sich so Vieles dadurch im Leben tragen lässt.“

Es gibt von dir einen kostenfreien mehrteiligen Video-Kurs, das Pandoga Online Programm zum Mitmachen. An diesem Kurs können wir jederzeit von Zuhause aus teilnehmen. Ich selber habe gleich im ersten Teil sehr aufschlussreiche  Bewegungs-Erfahrungen gemacht, die ich sofort auf meine Hundespaziergänge mitgenommen habe. Und siehe da: Achte ich auf meinen Gang und setzte locker Fuß vor Fuß, werden mein unterer Rücken und meine Schultern locker 🙂 Bin ich bei meinen Pferden klappt es noch nicht so – da schaue ich noch mehr auf sie als auf mich… Jahrelang verschobene Wahrnehmung  scheint Zeit zu benötigen  😉

„Du bringst es genau auf den Punkt! Der Mensch wurde so brav und angepasst, dass er seinen reellen = sinnigen Wahrnehmungen nur noch traut, wenn sie AUSSERHALB seines Körpers geschehen! Daraus kann aber niemals wirklich gemeinsame natürlich-gesunde Bewegung mit dem Pferd entstehen! Logisch, oder? Und was zeigt Dir das Pferd als Antwort? DIE WAHRHEIT: So klappt das (noch) nicht :-)“

Erzähl bitte noch was über dein „Warum“. Was möchtest du mit dieser Video-Serie bewegen und woher stammt all dein Wissen und deine Erfahrungen?

Puuuh, wie bringe ich das in wenigen Zeilen so hin, dass es zusammenfasst was ich erlebt habe und was mich zu meinen heutigen Anleitungsweisen geführt hat? Hast Du 10 Meter Zeit? 😉 Spaß… ich versuche es kürzer zu erklären:

Ich hatte das große, große Glück, dass ich nicht nur die Ausbildung zur Physiotherapeutin gemacht habe, sondern gleichzeitig durch eine doppelte Ausbildungsmöglichkeit an der Medau-Schule ein Gymnastik- und Tanzstudium absolvieren konnte. Das waren natürlich immense doppelt zu leistende Ausbildungszeiten, aber gleichzeitig das Beste, das mir geschehen konnte.

Theoretisch, denn praktisch kam erst einmal das Leben = der Alltag dazu. Das Wichtigste hatten sie mir nämlich nicht beigebracht. Ich kannte nun die wunderbare Zeit in der man sich Zeit nimmt, seinen Körper zu fühlen, herrlich genüsslich und herrlich bewusst zu bewegen. Und ich kannte durch die gleichzeitige Physiotherapie-Ausbildung alle „Symptome“, die ein „kranker“ Mensch entwickeln kann und wie sie zu „behandeln“ sind. Aber niemand hatte mir gesagt: „Genau das kannst Du vermeiden, wenn Du das, was Du gerade im Gymnastiksaal an menschlicher Haltungs- und Bewegungsmöglichkeit gespürt und erlebt hast in Deinen Alltag MIT-nimmst.

Es kam wie es kommen musste: Trotz dieser Doppelausbildung von der man meinen könnte das sie mich schützt und auch andere schützen kann habe auch ich außerhalb des Gymnastiksaals und des Behandlungsraumes Schmerzen entwickelt. Rückenschmerzen – spätestens nach der Geburt meines 3. Sohnes nahezu nonstop ALLTAGS-Thema! Bis ich mir endlich, endlich die Frage gestellt habe, wie das passieren konnte…

Das Wissen um die Bedeutung der Alltagswege

Warum ging es mir im Gymnastiksaal immer so gut? Warum kannte ich dort keine Schmerzen? Warum war es dort so leicht, sich geschmeidig zu bewegen und den Körper zu genießen anstatt ihn nonstop zu übersehen und im wahrsten Sinne des Wortes zu überGEHEN? Ich hatte nicht an meine Alltagswege gedacht und wurde auch nicht darauf hingewiesen! So leicht war die Lösung und gleichzeitig die Stärkung, die mich inzwischen seit vielen vielen Jahren rücken- und gelenkschmerzfrei sein lässt. Im steten Fühlen und Wissen warum:

Was gut ist IST gut. Was stimmig ist IST stimmig. Was passt, passt 🙂

Menschen werden heute an allen Ecken und Enden in Abhängigkeiten getrieben: „Du brauchst den Übungs- und Trainingsraum, um geschmeidig und stark sein zu können.“ „Du brauchst dieses und jenes Fitnessgerät, um einen gesunden Körper genießen zu können.“ „Wenn das nicht klappt, dann brauchst Du halt diese und jene Spritze, diese und jene Zusatzbehandlung oder gar diese und jene OP.“ …

Solange der Mensch nicht dabei unterstützt wird zu erleben, dass das nicht stimmt und er sich in einen hochgradig gefährlichen Teufelskreis einschleusen lässt, wenn er nicht darauf besteht angeleitet zu werden, wie er ein grundsätzlich gesünderes Bewegungsleben genießen und damit aus diesem Teufelskreis und Abhängigkeiten aussteigen kann, wird ihm nicht gegeben was ihm zusteht und worauf er vertraut: Tatsächliche Unterstützung.“

Dein kostenfreier Video-Kurs hat schon begonnen. Kann man noch mitmachen?

„Ja. Bis Dezember 2015 ist die komplett kostenlose und absolut unverbindliche Teilnahme möglich. Eine kurze Mail an mich, Susanne Bruckner, sb@sb-fitness.de oder eine pn bei Facebook genügen.

Hier und jetzt wünschen wir uns nichts anderes, als dass sich wieder mehr Menschen schlicht PERSÖNLICH mehr zutrauen und sich FREI bewegen wie ihre Natur es für sie geplant hat als sie jedem von uns diesen grandios beweglichen Körper an die Seite gegeben hat. Dafür sind wir gerne bereit zu geben ohne Geld zu bekommen.

Das größte Problem des heutigen Massenschmerz“patienten“ ist die Festgefahrenheit in die er gebracht wurde, um ein braver Käufer zu sein. Auf fest stehenden Geräten und mit ihn immer noch fester fahrenden reinen Symptombehandlungen und diesem und jenem Stundentraining anstelle eines geschmeidigeren Alltagsverlaufs im 24-Stunden-Modus wird er sich aus diesen Festgefahrenheiten und seiner tief in ihn eingeprägten Verunsicherung auch „seinem Körper GEGEN-über“ nicht lösen können. Bereits hier und jetzt zu belegen, dass MIT dem Körper um Vieles angenehmer und gesünder ist, ist uns hier und jetzt das Allerwichtigste.

Irgendwann, frag mich hier und jetzt bitte nicht wann genau (wie gesagt aber frühestens 2016!) werden meine Kollegen und ich natürlich einen Weg zu finden haben, dass die viele, viele Zeit die wir bereits jetzt an so vielen Orten investieren um in eine feinere Haltungs- und Bewegungsweise zu verlocken, nicht nur lösend auf der einen, aber existenzschädigend für uns ist. Also wird auch das Pandoga-Programm ab nächstem Jahr nicht nur für den jeweiligen Anbieter, sondern natürlich auch für die Teilnehmer mit Kosten verbunden sein, die sich aber garantiert im stets tragbaren Rahmen bewegen werden. Ich schätze max. 10,- Euro pro Live-Stunde und max. 5,- Euro pro Online-Stunde.

Bis dahin – und genau das liegt uns aber eben so am Herzen – wird sich aber auch bereits x-fach bestätigt haben durch die jetzigen Teilnehmer, was dafür unser Garant ist und warum wir uns SO dafür engagieren, dass die heutigen „Behandler und Trainer und Therapeuten“ endlich Garantien aussprechen: Ein für die Leute wirklich feineres Leben MIT ihrem Körper anstatt alltags-nonstop gegen ihn. Es kann schließlich nicht angehen, dass wir weiterhin mehr Massenwert auf die „Qualität, Haltbarkeit, den Kundendienst etc.“ bei unseren Staubsaugern legen als bei uns selbst.

Summa summarum: Wir haben SO sinnige Gründe warum wir den Pferden dies und das BEIbringen – und versäumen uns Gleiches selbst zu schenken. Das – ist unsinnig und macht den Menschen massenkrank unter den Lasten seines ALL-Tages. Was für ein Geschenk vom Umgang mit dem Pferd zu lernen, dass das sicher NICHT nötig ist und auch für den Menschen viel, viel gesünder und selbst-stärkender angeGANGEN werden kann 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht von

Mona Schäfer

Mensch & Pferd werden zu einer Einheit im Denken, Fühlen & Handeln, sobald sie sich gemeinsam begeistern für das was sie tun! Durch echte Dialoge zwischen Pferd & Mensch.

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