Wer fragt, der führt.

Wer fragt, der führt. Diesen Satz kennt jeder. Kennst du auch den zweiten Teil? Wer sich selbst fragt, führt sich selbst. Und wer sich selbst gut führt, kann auch sein Pferd gut führen!

Die Fähigkeit zur Selbstreflektion ist ein wichtiges Element unseres Lebens. Sowohl gedanklich als auch emotional.

Es gibt nämlich Fragen, mit denen wir uns immer wieder in die selbe quälende Sackgasse manövrieren.Und es gibt Fragen, mit denen wir uns selber immer näher zu uns, unseren Pferde und unseren Wünsche, Träume und Ziele mit ihnen führen.

Fragen, die wirklich etwas zum positiven verändern! In deinem Denken, Fühlen und Handeln. Versprochen!

Gibt es Themen zwischen deinem Pferd und dir, die so gar nicht magisch sind?

Situationen, in denen dein Pferd

  • nicht zu dir kommt? Auf der Koppel, im Roundpen, in der Freiarbeit…
  • Dir nicht folgt? Im Schritt, Trab, Galopp, durch Pfützen und Engpässe, über Planen und Brücken, vorbei an gruseligen Monstern und lauten Geräuschen…
  • Dich grob stubst, anrempelt, durch die Gegend zieht, völlig ignoriert?
  • Dich fragend anschaut aber nicht tut, worum Du es bittest?
  • Dir zeigt, dass es dir viel weniger vertraut als seinen Pferdekumpels?
  • Du „Täglich grüsst das-Murmeltier“ denkst? Beim Hufpfleger / Schmied, Tierarzt, Verladen?

Wahrscheinlich gibt es die. Alle Pferde-Menschen erleben solche Situationen.

Immer wieder. Natürlich! Nobody is perfekt 😉

Löst die Frage „Wer ist schuld?“ bei dir auch so ein schales, ungutes Gefühl aus wie bei mir? Ich frage dich das jetzt nicht, damit du schuldbewusst zusammen zuckst. Die Frage „Wer macht was verkehrt und hat Schuld an Situation XY?“ ist gar nicht dienlich und legt wirklich gute Ansätze in Sekundenschnelle in Schutt und Asche.

Mir ist eine liebevolle Sicht auf die Dinge wesentlich sympathischer!

Du kannst alles verändern was du willst, wenn du Verantwortung übernimmst.

Wenn sich zwischen meinen Pferden und mir etwas nicht so anfühlt wie ich es mir wünsche, versuche ich im ersten Schritt immer, die Situation als Ganzes zu erfassen. Gerne mit Abstand. So, als wäre ich eine Fremde, die Mona mit Florina oder Findus zum ersten Mal sieht. Dann habe ich einen ersten Eindruck, wo es klemmt. Anstatt dann Urteile zu fällen wie „Das ist so weil sie xx und yy falsch macht“, fange ich an zu fragen.

Verantwortung zu übernehmen ist etwas ganz anderes, als einen Schuldigen zu suchen. 

Ein Tipp für den Start: Fühle einmal in dich hinein, was das Wort Verantwortung in dir auslöst: Ist es mit Druck, Überlastung, Schuld- oder Minderwertigkeitsgefühlen verbunden? Oder dem Gefühl, äußeren Einflüssen und Abläufen hilflos ausgeliefert zu sein? Dann ist es eine gute Idee zu schauen, was du verändern kannst: Sowohl in kleinen Mini-Schritten als auch im Entstehen und im Wachstum großer Veränderungen!

Da bin ich wieder bei meiner Lieblingsfrage: Was sind deine Wünsche, Träume und Ziele mit deinem Pferd?

Verantwortung für uns und unsere Lieben übernehmen zu können ist ein Geschenk von unschätzbarem Wert! Viel zu viele Menschen auf dieser schönen Erde leben unter politischen Gegebenheiten, in denen sie weder öffentlich denken noch selber Entscheidungen für ihr Leben treffen können. Wir sind unglaublich privilegiert! Was uns in vermeintliche Zwänge presst sind meistens unsere Ängste!

So habe ich mir über viele Jahre mein Leben an der Ostsee erträumt. Gut 800 Kilometer entfernt, im bayrischen Maintal. Es hat wunderbar funktioniert und das Leben hat mir sogar das Haus geschenkt von dem ich dachte, ich könnte es mir nie im Leben leisten. 😉

Diesem Geschenk habe ich im Sommer 2017 einen eigenen Blogartikel gewidmet: https://www.pferde-menschen-dialoge.eu/manchmal-duerfen-pferde-menschen-laenger-traeumen/

Es gibt unendlich viele zielführende Fragen. Für wirklich jede Situation im Zusammensein mit deinem Pferd. Hier habe ich einige erste Ideen für dich:

    • Fühlen wir uns? Oder hat einer von uns beiden die Verbindung abgebrochen?
    • Wenn ja: Was kann ich tun, damit unsere Energien wieder in beide Richtungen fliessen können?
    • In welcher Energie bin ich gerade unterwegs?
    • Ist es eine, in der ich meine eigene Anwesenheit geniesse?
    • Welche Gedanken können zwischen uns stehen?
    • Was kann ich verändern, damit mein Pferd mir gegenüber entspannter, aufmerksamer, kooperativer etc. wird?
    • Wie kann ich mich verständlicher ausdrücken?
    • Was kann ich tun, damit es mir mehr vertraut?
    • Wie kann ich ihm helfen, diese Situation zu meistern?
    • In welche Teilschritte / Puzzleteile kann ich unsere aktuelle Baustelle zerlegen?
    • Haben wir alle Puzzleteile einzeln, in Ruhe, Gelassenheit und Freude angeschaut und bewältigt?
    • Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Einzelteile zu einem Ganzen zusammen zu fügen?
    • Was kann ich beim nächsten Mal noch anders machen, damit Situation XY so nicht mehr passiert?
    • Verhalte ich mich so, wie ich es mir von meinem Pferd wünsche?
    Mit diesen Fragen bist du nah bei dir und deiner Verantwortung, kannst Tatsachen ohne Groll anerkennen, deinen Fokus lösungsorientiert ausrichten und dadurch relativ leicht positive Veränderungen bewirken.
    Manchen Menschen erscheint dieser Ansatz sehr intellektuell. Das liegt häufig daran, dass sie die Gefühle, die diese Fragen in ihnen auslösen, nicht wahrnehmen (möchten).
    Verstehst Du was ich meine? Wenn ich dich „Warum klappt das nicht so wie du möchtest?“ frage, liegt eine verurteilende Antwort nahe: „Weil ich zu doof dazu bin, zu unerfahren, zu unsportlich, zu unkonzentriert, zu dick, zu dünn, zu blond, zu blöd usw. Und mein Pferd ist zu dumm, zu alt, zu jung, zu faul, zu hibbelig…“

Die Autobahn im Kopf wird gern und viel genutzt!

Wahrscheinlich hast auch du über Jahrzehnte Fragen gestellt bekommen, in denen keine Lösungen sondern Fehler und Schuldige gesucht wurden. Sie haben sich wie Autobahnen in unser Hirn eingebrannt. Nun ist unser Gehirn recht bequem und sucht immer erst einmal in bekannten Bahnen nach Antworten. Und wenn diese so häufig genutzt wurden wie vierspurige Autobahnen, findet unser Gehirn in Sekundenbruchteilen die Antworten, die es immer gefunden hat.

Frage: „Warum wird das einfach nicht besser?“

Antwort: „Das weißt du doch! Bist halt zu doof dazu, zu unerfahren, zu unsportlich, zu unkonzentriert, zu dick, zu dünn, zu blond usw. Und dein Pferd ist eben zu dumm, zu alt, zu jung, zu faul, zu hibbelig…Vergiss es einfach, das wird eh nix!“

Hilfreiche Antworten? Nein, natürlich nicht.

Du möchtest meine Artikel regelmäßig lesen?

Ich sende dir gerne 1 - 2 x pro Monat meinen Newsletter

Zum Newsletter anmelden (hier klicken)

Wer fragt, der führt. Und wer sich selbst fragt führt sich selbst.

Und wer sich selbst gut Fragen stellt… Na, was denkst du?

Fehlersucher, Dauernörgler, anklagende „Richter“ und Menschen, die lieber gar nichts tun als Fehler zu riskieren gibt es schon genug auf dieser Welt. Noch mehr braucht es nicht. 😉

Ein wirklicher Pferde-Mensch, von dem ich in den letzten 25 Jahren sehr, sehr viel gelernt habe, ist Dr. Alfonso Aguilar. Seine Kurse trugen von Beginn an das Motto

„Vor allem ist es wichtig Spaß zu haben – so wirst du gleichzeitig auch lernen.“

Das sind auch meine Wünsche, Träume und Ziele für meine Schüler und ihre Pferde!

Mein heutiger Vorschlag für dich:
Beobachte Dich ganz bewusst, wenn Du das nächste Mal bei Deinem Pferd bist und stelle Dir selber richtig gute Fragen!

    • Magst Du mir schreiben, welche Fragen Du gefunden hast?

Eine weitere Frage, die ich mir täglich stelle und die eigentlich einen weiteren Artikel wert ist: „Welche Wünsche hat mein Pferd?“

Veröffentlicht von

Mona Schäfer

(Hoch)sensible Menschen & Pferde werden zu einer Einheit im Denken, Fühlen & Handeln, sobald sie sich gemeinsam begeistern für das was sie tun!

4 thoughts on “Wer fragt, der führt.”

  1. Liebe Mona, liebe Tanja,
    ich glaube und sehe diese Verwandtschaft und reihe mich ein. Als Kind habe ich die andere Art des Umganges mit Pferden (als Sache) gelernt und sehr darunter gelitten. Heute haben wir selbst ein Pferd und finden es wunderbar wenn wir ihr aufkeimendes Vertrauen erleben dürfen. Und das dürfen wir, auch dank Monas Unterstützung (Arbeit 😉 ) mit Bachblüten, immer mehr. Gestern konnten wir den ersten langen Spaziergang durch den Wald, alleine, ohne ihren Beschützer -ein Renterwallach- , machen. Sie ist seit Anfang Dezember erst bei uns und kannte den Umgang mit Menschen nicht. Sie hat die Zeit bekommen, die sie brauchte, in der wir nichts gemacht haben, außer da und mit ihr zu sein. Noch bis zum Ende des Sommers 18 lebte sie in einer Herde in Irland. Welch ein Umbruch für eine Stute! NATÜRLICH braucht sie Zeit und die darf sie haben; wann immer sie sie braucht! In der Gestalttherapie gibt es einen wunderbaren Satz dazu: DON´T PUSH THE RIVER. Ja, er fließt von selbst, wir müssen ihn nur lassen und uns nicht in den Weg stellen. Ich bin so unendlich froh, dass dies auch viele Pferdemensch entdeckt haben. Er gilt für die Arbeit mit Menschen und mit Pferden. Mit herzlichen Grüßen an Euch beide, Anne

    1. Vielen lieben Dank für deine Rückmeldung an dieser Stelle, Anne. 🙂

      Ja, auch du bist eine von diesen verwandten Seelen, die sehr tief schauen und fühlen, dabei trotzdem ihren gesunden Menschenverstand hegen und pflegen und auf die Balance aller dieser Puzzleteile achten. Zum Wohle aller Beteiligten. 😘

  2. Liebe Tanja,

    ich bin ein wenig irritiert…

    Während ich Ihren Text nun zum x-ten Mal lese frage ich mich noch immer, ob wir nicht aneinander vorbei geschrieben haben. Denn für mich sieht es so aus, als wäre unsere Sichtweise auf Mensch und Pferd sehr, sehr ähnlich. Beispiele, wie Sie sie beschreiben, habe ich in den 19 Jahren meiner Selbständigkeit mit Menschen und Pferden schon unzählbar viele erlebt.

    Was uns zu unterscheiden scheint ist der Definition des Wortes „Arbeit“. Was finden Sie daran so furchtbar?

    Ich kann dieses Wort in meinem ganzen Beitrag nicht finden, in anderen verwende ich es allerdings schon gelegentlich. Es ist für mich nicht negativ belegt!

    Es gibt Menschen, die hassen ihren Job und tun ihn nur aus Angst, ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren zu können.

    Es gibt Menschen, die reden sich einen unbeliebten Job aus diesem Grund tagtäglich schön.

    Und es gibt Menschen, die in sich gehen, sich überlegen wie sie mit dem, was ihnen Spaß macht, worin sie gut sind, was sie am liebsten tun und womit sie anderen Wesen einen Dienst erweisen können.

    Dazu gehöre ich. 12 Jahre war ich als mobile Trainerin unterwegs, mal habe ich es arbeiten genannt, mal Spaß haben. Heute sitze ich hauptsächliche am PC. „Ich gehe noch ein bisschen was Schaffen“ sage ich dann zu meinem Lebensgefährten. „Schaffen“ ist in dem Raum, aus dem wir kommen, ein anderer Begriff für Arbeiten. Wichtig sind nicht die Buchstaben sondern die Bedeutung dahinter.

    Seit 2002 bin ich Reiki-Meisterin und Lehrerin. Manchmal sage ich Ich „arbeite“ mit den Chakren bei Pferden, Energieflüssen usw.“

    Ich „arbeite“ auch mit Bach-Blüten weil sie eine fantastische Wirkung auf Mensch und Tier haben.

    Um zu Ihrem letzten Satz zu kommen: Ja, nach Ihren Worten glaube ich auch, dass wir im Denken, Fühlen und Handeln verwandte Seelen sind.

    Vielleicht helfen Sie mir nachzuvollziehen, was Sie geschrieben haben. 😉

    Herzliche Grüße, Mona Schäfer

  3. Hallo Frau Schäfer,

    für mich ist es schwierig das nachzuvollziehen, wie Sie schreiben, denn ich kenne solche Gegebenheiten nicht bis wenig.

    Ich sehe es zwar häufig das Menschen sehr dogmatisch mit Ihren Pferden umgehen, kann das selbst aber schwer nachvollziehen, da diese „Probleme“ für mich nicht existieren die Menschen in Ihren Pferden sehen.

    Ich arbeite seit vielen Jahren als Hufpflegerin und da wird sich beschwert warum das Pferd dies oder jenes nicht macht oder so oder so ist. Warum?

    Es ist hald so und es wird sich ändern wenn ich davon ausgehe es ändert sich und einfach einen Weg suche ihm verständlich zu machen was ich möchte und vor allem warum ich es möchte und wo sein Vorteil liegt wenn es mir entgegen kommt.

    Schaffe Win-Win-Situationen und du hast kein Problem. Gib dem Pferd die Möglichkeit zu sehen warum es besser ist und was es gewinnt, wenn es die Situation mal aus einem anderen Blickwinkel sieht. Die Menschen sind immer darauf bedacht Probleme zu lösen die gar nicht da sind.

    Mir werden Pferde oft als schwierig und unkooperativ angekündigt und das sie kein Hufpfleger oder Schmied mehr nimmt usw.
    Es ist keines mehr dabei das ich nach ein paarmal als schwierig ansehen würde.

    Hier einige Beispiele die mir so angekündigt wurden:
    Stute tritt beim Ausschneiden der Hinterbeine.
    Seit Jahren geübt mit Hinterbeine heben und auf die Seite hüpfen wenn sie durchzieht.
    Ja tut Sie, aber warum?
    Hingefahren Pferd angeschaut. Hat eine im Lendenbereich nach oben aufgewölbte Wirbelsäule und Zehen an den Hinterbeinen elendig lang.
    Muss ich mich da wundern warum dieses Pferd tritt, wenn ich die Hinterbeine hochheben will? Nein! Würde ich auch, die hat Schmerzen.
    Wir haben ausgeschnitten und sobald sie mir ein Hinterbein auch nur minimal gegeben hat ist sie belohnt worden mit streicheln, kraulen und Leckerchen.
    Ich hab das Bein einfach gar nicht festgehalten und mir einfach nur aufs Knie gelegt und zwar ganz tief unten so das sie es ertragen konnte.
    Nach vier Terminen waren die Zehen so korrigiert das sie die Beine entspannt weiter nach hinten stellen konnte und die Lendenwirbelsäule hat sich auch wieder entspannt dadurch.
    Heute gibt sie mir die Beine sobald ich mich nur neben ein Bein stelle und warte bis sie es anhebt. Sie weiß, ich halte sie nicht fest und dadurch zieht sie auch nicht gegen.
    Das Pferd hat kein Problem gehabt die Beine zu heben, sondern hatte Schmerzen im Rücken, wenn das Bein nach hinten rausgezogen wurde und das hat sich so manifestiert das sie schon mal vorsorglich getreten hat, weil sie wusste ihr hört eh keiner zu wenn sie sagt, sie bräuchte mal eine Pause.
    Anderer Kandidat Süddeutsches Kaltblut Wallach.
    Zieht Beine weg beim Ausschneiden und ist furchtbar unkooperativ.
    Ja ist er und da hab ich auch ewig gebraucht um rauszufinden was sein Problem ist.
    Er kann weder pinkeln noch äpfeln außerhalb seines Stalls. 🙂 Heimscheißer. 🙂
    Sobald er muss ist er furchtbar.
    Hat sich erst in Gesprächen mit der Besitzerin ergeben, dass er das auch beim Reiten veranstaltet.
    Wir haben dann mit dem Hufpflegeproblem auch gleich das Reitproblem mit gelöst.
    Sie holt ihn und ich hol in der Zwischenzeit mein Werkzeug und stell es hin, wir lassen ihn sehen was dran ist und dann geht er nochmal ne viertel Stunde in seine Offenstallgruppe und dann wird er geholt und ist sterbensbrav. Macht sie jetzt auch mit dem Sattel. Sie holt ihn putzt ihn zeigt ihm den Sattel und dann geht er nochmal zurück für ne viertel Stunde und dann ist gut.
    Ist wie wenn man Kindern sagt bevor es los geht: Ab alle nochmal auf die Toilette, damit wir nicht gleich wieder anhalten müssen.
    Da war nicht das Problem das er böse war beim Reiten oder beim Hufpfleger, sondern das er ein Heimscheißer ist. Sie üben jetzt äpfeln außerhalb des Stalls und nicht mehr Umgangsprobleme (wofür sie schon einen Haufen Geld bei Pferdetrainern ausgegeben hatte) oder Beine geben.
    Sie sitzt es jetzt einfach aus wenn er unterwegs ne Nervensäge ist und dauernd umdrehen will oder im Reitplatz versucht durchs Tor raus zu kommen ohne Schimpfen und sagt ihm ja, ich weiß du musst, aber du darfst auch hier. Er ging soweit das er Leute angeht und aus dem Reitplatz scheucht. Wenn er ein oder zwei Äpfelchen doch nicht mehr halten kann, dann wird er gelobt und gekrault und dann darf er momentan sofort zurück in den Stall. Ich weiß nicht was da die Leute mit dem Pferd vorher angestellt haben, dass der nicht mehr Äpfeln kann, aber es muss echt der Horror gewesen sein, oder vielleicht ist er auch einfach so geboren worden, wer weiß, aber was nützt es sich da Gedanken zu machen und an den falschen Sachen rum zu laborieren. Er kann hald draußen nicht PUNKT und was nutzt es da zu strafen oder an seinen Manieren zu arbeiten, wenn es um sowas essentielles geht. 😉
    Es wird noch ne Weile dauern, bis er da keinen Aufstand mehr macht wenn sie unterwegs sind und er mal muss, aber es wird werden und sie braucht da keinen Pferdetrainer oder hat ein Dominanzproblem mit Ihrem Pferd was ihr immer wieder gesagt wurde. 🙂

    Zuhören ist einfach des Rätsels Lösung und nicht davon ausgehen, der macht das Absichtlich und das muss korrigiert werden usw.
    Sie haben immer alle Problempferde oder Probleme mit ihrem Pferd und wenn man dann einfach mal redet und sich das Spiel anschaut und zuhört was den eigentlich wann los ist, stellt sich meistens raus, das Pferd wird nicht als Persönlichkeit gesehen, das Bedürfnisse und Wünsche hat und dann mal gelassen um zu sehen was dann eigentlich passiert, wenn man nicht versucht seinen Willen durchzusetzen sondern einfach mal dem Pferd zugesteht das zu machen was es jetzt unbedingt durchzusetzen versucht. Dann zieht man oft die kleinen Ding mit denen man als nettem Tick mit einem Lächeln umgehen kann. Wir haben alle unsere Macken und auch Pferde haben Macken und wenn man diese mit einem Lächeln annimmt stören sie plötzlich nicht mehr.
    Ich brauch bloß meine eigenen Pferde anschauen.
    Meine Traberstute ist ein ehemaliges Rennpferd das mit Ohrstöpseln gefahren wurde und Panik vor Traktoren mit Schaufel hat. Ja sie ist empfindlich auf Geräusche und ja sie hat Angst vor Traktoren mit Ladeschaufel, aber warum soll ich mich damit verrückt machen rauszufinden warum das so ist, auch wenn ich es mir mittlerweile zusammenreimen kann.
    Ich hab ihr hald Möglichkeiten gegeben Ihre Übersprungshandlungen in verträgliche Bahnen zu leiten indem ich sie kreisen lasse und nicht mit Gewalt versucht sie zum Stehen und zum Ruhigbleiben gezwungen. Es wird Stück für Stück besser, da sie merkt mich nervt das nicht und ich reg mich da auch nicht auf wenn sie hoch fährt und ich warte einfach bis sie wieder runter kommt und dann geht’s weiter.
    Mein Wallach hasst Bremsen vor allem die großen Pferdebremsen und er wird fast unhandlebar sobald er das Gebrumme nur hört. Verständlich oder? Er sollte zum Metzger, weil er so gefährlich ist und immer wieder Aussetzer hat so wurde er mir damals beschrieben. Er ist mir mit Hurra abgehauen als ich nach zwei Wochen mal mit ihm spazieren war und ich wusste nicht warum und das hat er mir ein paar mal gemacht bis ich drauf gekommen bin wann er eigentlich so hirnlos wird. Er zieht hald jetzt so ein Ganzkörperkondom für Ekzemer an wenn die Viecher unterwegs sind und damit fühlt er sich sicher vor den Biestern, oder wir bleiben zu Hause wenn die Saison ist zu den Zeiten wo sie unterwegs sind. Warum sich da abkämpfen mit einem Pferd, muss doch nicht sein, sind doch verständliche Sachen!
    Ich hab keine „Problempferde“. Ich hab Pferde die mit speziellen Sachen Probleme haben und das kann man einfach annehmen so wie man es annehmen kann, das ein Mensch Angst vor Schlangen hat, oder Spinat nicht mag. Ist hald so, aus die Maus!
    Es muss ein Pferd auch nicht unbedingt Dressur oder Springen mögen, oder Zirkuslektionen nur weil dem Besitzer das gerade Spaß machen würde. Es ist von uns auch nicht jeder ein Balletttänzer, Stabhoch- oder Weitspringer oder spielt gerne Fußball.
    Einfach mal schauen, wo sich Talente entwickeln und was Spaß macht. Ruhig mehreres durchprobieren und dann findet jeder etwas was ihm mit seinem Pferd Spaß macht.
    Ich finde es schon furchtbar, wenn sie immer von Arbeiten sprechen. Nein, ich arbeite nie mit meinen Pferden. Wir machen einfach Sachen die uns zusammen Spaß machen.
    Genauso schrecklich finde ich es wenn jemand ein Pferd kauft und dann erwartet, dass es sofort super anhänglich und zutraulich sein soll und einem vertrauen soll. Warum?
    Welchen Grund hat das Pferd diesen Menschen zu mögen, oder mich zu mögen oder mir zu vertrauen?
    Ich bin fremd, ich habe es von einer Person weggeholt, wo es sich angeschlossen hat, ich hab es in eine neue Umgebung gesteckt wo ihm alles fremd ist alles fremd riecht, die anderen Pferde fremd sind.
    Kann ich mich da nicht einfach hinstellen und warten, vielleicht misten, Stall aufräumen, mich mit dem Sattelzeug auf die Wiese setzen und Putzen und das Pferd einfach in Ruhe lassen. Wenn es kommt freue ich mich und wenn nicht, dann hald nicht, dann ist es noch mit zu viel anderem beschäftigt. Ich kann doch warten, Vertrauen wird einem geschenkt, dass kann man nicht erzwingen. Ich bin nur eine Bereicherung für das Pferd, wenn ich schöne Erlebnisse biete und nicht wenn ich versuche zu erziehen und zu erzwingen.
    Ich find es so genial, wenn ich nur z.B. Zäune repariere und um mich rum die ganze Herde steht und jeder versucht so nah wie möglich dran zu sein um zu schauen was ich da mach. Ich wenn bei uns Zäune repariere im Stall dann ist die Koppel offen und ich tausch Pfosten aus und 10 Pferde stehen um mich rum und schauen was ich da mach. Da haut keiner ab. Das ist für neue Einsteller immer ein komplettes NoGo und die kriegen voll die Panik, weil ja die Pferde nicht eingepfercht sind.
    Ich mach auch die Paddocks auf und stell mich nur vorne auf den Weg und zeig in die Richtung auf welche Koppel wir gehen und die fetzen alle mit Juhu vorbei und wenn der Letzte durch ist geh ich einfach hinterher und mach dann die Koppel zu. Ja, die können überall hin rennen, da ist kein Weg abgesperrt, aber sie sehen ja wo es hingehen soll und ja, der ein oder andere trödelt, oder läuft nicht direkt da hin wo er hin soll, dann sammle ich ihn hald auf dem Weg auf und nehm ihn oder sie mit. Wer Pferde auch mal selbständig sein lässt wird sehen wie selbständig und vernünftig sie eigentlich sind. Die, die oben direkt in die Koppel gelaufen sind die offen war bekommen hald dann a Lob und was zugesteckt, weil sie gemacht haben was sie sollten und die anderen werden einfach so mitgenommen ohne da ein großes Tamtam drum zu machen. Ich frag ob sie machen was ich möchte und wenn sie es nicht machen, gut, dann hald nicht, aber dann kann man auch nicht auf Lob hoffen, aber es wird auch niemals Strafe dafür geben. Widerspruch und Hinterfragen ist das Recht eines jeden Lebewesens und es wird nicht Übergangen oder ignoriert sondern es wird gezeigt, dass man sich damit beschäftigt warum das jetzt so ist und dann wird versucht einen gemeinsamen Weg daraus zu finden.
    Meine Herden sind so easy zu handeln und ich kenn die Problemchen von allen was ok ist und was nicht und neue fügen sich da einfach mit ein. Wenn ich feststelle, ein Pferd hat irgendwo Schwierigkeiten mit Abläufen, dann schauen wir warum und versuchen nicht es einfach ins Schema zu pressen.
    In einer Gruppe habe ich eine Ataxiestute mit drin, die sich nie der Herde angeschlossen hat beim Fressen und immer abseits stand. Ich hab das solange beobachtet, bis mir wirklich klar war warum und zwar weil sie ja nicht rückwärts gehen kann und wenn einer kommt der sie vertreiben würde, wäre sie gefangen wenn noch einer neben ihr steht. Jetzt haben wir kleine Raufen in der Gruppe aufgestellt, dafür viele wo auf jeder Seite immer nur einer hinpasst und sie blüht förmlich auf weil sie immer mit zum Futter kann und egal wo sie steht immer seitlich weg kann ohne das sie irgendwie in die Verlegenheit kommen würde rückwärts gehen zu müssen. Es ist oft so einfach Pferde glücklich zu machen. Da ist aus einem depressiven Opfer innerhalb eines Jahres wieder ein selbstbewusstes kleines Pferdchen geworden. In der Gruppe haben wir jetzt alles so umgestaltet, das es keine Ecken mehr gibt in die sie hineinmanövriert werden könnte und das sie immer egal wo sie steht auf eine Seite weichen kann und jetzt wird sie frech.
    Der Dame wurde immer gesagt, sie müsste Rückwerts gehen üben, damit sie es zumindest etwas kann und das Pferd wurde einfach nur immer frustrierter. Jetzt muss sie nicht mehr Rückwerts gehen und sie wird immer besser und frecher und hat wieder Spass an Bewegung. Rückwerts fällt hald aus, aber das ist doch wurscht, dann geht sie hald vorwärts, hauptsache sie hat jetzt überhaupt wieder Lust zu laufen, dass bringt mehr für die Beweglichkeit als das ständige geübe und ihr vor Augen führen was sie nicht kann. Ihr lieber zeigen was sie trotzdem noch kann und wenn sie was ausprobiert loben und nicht stinkig sein, weil sie nicht genau das gemacht hat was sie sollte. Sie hat mal was angeboten das ist doch bei einem depressiven Pferd das höchste Eigeninitiative.
    Ich glaube einfach man muss nur die Blickwinkel der Menschen auf Ihre Pferde ändern und so werden aus Problemen liebenswerte Macken und die verschwinden nur zu oft wenn sie nicht mehr als soooo wichtig erachtet werden. 🙂
    Sensibelchen, ja, dann ist es hald ein Sensibelchen, ist doch ok, das ist wenigstens kein Rüppel und mit dem Pferd kann ich viel nachsichtiger sein als mit einem Haudrauf, warum ändern?

    Haudrauf und Rüppelchen, das nix aus der Ruhe bringt und der mit dem Kopf durch die Wand will. Toll, freut mich auch, dann schaun wir mal ab wann du mich doch brauchst. Mit dem probiere ich alles aus vom Baden bis zum Fussballspielen. Das wird a Top Pferd für alles was andere verrückt macht und wird für die Sensibelchen der Fels in der Brandung wenn es an unbekanntes geht. Dem lass ich doch sein Ungestümes Wesen. Ist doch auch ein Gewinn.
    Alles dazwischen ist mir genauso recht. So wie es unterschiedliche Menschen gibt, so gibt es auch unterschiedliche Pferdepersönlichkeiten und ich freu mich über jede die ich kennen lernen darf. Wenn man die Persönlichkeiten annimmt und das Gute darin hervorhebt und das nicht so vorteilhafte annimmt und einfach nur versucht auszugleichen als Mensch, dann hat man immer ein tolles Pferd.
    Wenn ich ein ängstliches Pferd habe, bin ich extra cool, wenn ich einen mit dem Kopf durch die Wand hab bleib ich öfter mal stehen und schau mich um und mach extra Denkpausen. Nur um ihm seine Umwelt etwas bewusster zu machen und ihm zu lernen das er auch mitdenken muss. Ich möchte Pferde die selbständig denken was ok ist und was sie lieber mit Vorsicht anschauen sollen. Wenn einer etwas gruselig findet, dann will ich nicht das er da vorbei geht und es ignoriert. Nein, er soll es sich anschauen und dann entscheiden ob es wirklich schlimm ist. Er darf erschrecken, er darf auch seinem Fluchtinstinkt nachkommen, aber nicht kopflos werden. Das werden Pferde aber, wenn auf sie und ihre Empfindungen keine Rücksicht genommen wird. Festhalten ist das Schlimmste was man einem Fluchttier antun kann und gerade je ängstlicher die Pferde sind desto schärfer die Gebisse und desto kürzer die Führstricke und desto panischer die Menschen am anderen Ende der Führstricke und der Gebisse. Mir tun sie beide leid, egal ob der Mensch oder das Pferd, denn sie schaukeln sich gegenseitig hoch und da ist keiner Schuld dran.
    Mitgehen hilft da oft am Meisten und einfach loslassen üben und dem Pferd die Zuversicht geben du kannst dich „Retten“ wenn du es wirklich für nötig hältst und dem Menschen die Zuversicht geben es ist kein Weltuntergang, wenn das Pferd mal einen Hüpfer macht oder mal a paar Meter rennt, lass los und es bleibt stehen, weil du damit sagst, ich hab keine Angst, Verkrampfung und Adrenalin heißt Angst und wenn du es nicht beim Reiten kannst, dann lass das erstmal und fangt anders an, man findet immer einen Weg.

    Sorry, dass ich jetzt soviel geschrieben hab, aber ich bin da jetzt einfach reingerutscht weil ich vielleicht eine Verwandte Seele vermutet habe.

    Bye Tanja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.