Wie werden (hoch)sensible Menschen und Pferde ein Dream-Team?

Wie werden (hoch)sensible Menschen und Pferde ein Dream-Team? Stellt sich diese Frage überhaupt? Sind sie das nicht automatisch? Oder haben sie es eher besonders schwer miteinander? Und überhaupt: Was ist überhaupt ein „(hoch)sensibles Dream-Team“?

Sobald Mensch und Pferd sich gemeinsam begeistern für das was sie tun, werden sie zu einer Einheit im Denken, Fühlen und Handeln!

Das ist meine ganz persönliche Definition des Begriffes „Dream-Team“. Vielleicht sieht Deine ganz anders aus? Du kannst dir diese Einheit eigentlich auch nur ganz schwer vorstellen? Warum? Was hält Dich und dein Pferd davon ab, ein Dream-Team zu sein? Doch hoffentlich nicht das, was andere Menschen über Euch denken?!?!! Denn das ist ein bekanntes Thema bei vielen hochsensiblen Menschen.

Andere Menschen halten Euch für überempfindlich und merkwürdig?

  • Sie fragen „Bist Du nicht manchmal ein bisschen überempfindlich?“ wenn Du aussprichst, was Du Pferden gegenüber als unfair empfindest?
  • Bei „tollen“ Shows und Videos kommen unangenehme Gefühle in Dir hoch, weil Du den Eindruck hast, dass Pferde vorgeführt und benutzt werden, um angebliches Vertrauen publikumswirksam zur Schau zu stellen?
  • Häufig fühlt sich für Dich an, als würden Pferde-„Besitzer“ ihr Ego auf Kosten ihrer Pferde aufpolieren?
  • Die Entwicklung einer gelingenden, also fairen, harmonischen und alltagstauglichen Partnerschaft ist Dir wichtiger als ein Foto von Dir im Rüschenkleid auf deinem steigenden Pferd im Sonnenuntergang?
  • Die Beziehung zwischen Dir und Deinem Pferd läuft auf einer sehr feinfühligen Ebene, ihr habt einige Unsicherheiten und Du kommst nicht so recht an den Punkt, an dem es klemmt?
  • Du hast häufig das Gefühl, dass ihr „irgendwie anders“ seid? Dass das, was „Alle“ lesen, denken und tun einfach nicht zu euch passt?
  • … Das kannst Du sicher selber stundenlang weiterführen, stimmt’s?

Hast Du schon mal über Hochsensibilität bei Menschen und Pferden nachgedacht?

Vielleicht hat  schon mal jemand versucht, Dein Pferd und Dich in die „Schublade Hochsensibilität“ zu stecken? Das klang wahrscheinlich ein wenig wie die Diagnose einer Krankheit… Siehst Du Deine (Hoch)Sensibilität als Geschenk, als Stärke? Bist Dir bewusst wie wert-voll es ist, dass ihr beide feinfühliger, empfindsamer, offener in Euren Wahrnehmungen und ausdrucksstärker in euren Emotionen seid als andere Menschen und Pferde? Einfach so, ohne Wertung und Bewertung, ohne zu urteilen oder zu verurteilen. Weder Dich noch „die anderen“, denn es geht nicht um Trennung sondern um Verbindungen.

Ihr habt eine besonders feine Antenne für Stimmungen, eine klare Verbindung zu anderen Wesen, viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, spürt den Takt und Rhythmus des Lebens ständig und überall und wollt ihn in Freude und Liebe leben? In eurer eigenen Kraft und Stärke, ohne Show und gestellte Action?

Nehmt all eure besonderen Talente und Fähigkeiten mit in euren Alltag! Integriert sie in die Bodenarbeit und beim Reiten, in alles was ihr tut. Unbedingt! Bitte!

Die andere Seite der Medaille

Ja, natürlich kenne auch ich dieses Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und Verzweiflung, wenn ich in einem Stall mit Boxen die Stallgasse entlanggehen muss, zwischen all diesen stundenlang eingesperrten, um Hilfe rufenden, deprimierten oder aggressiven Pferden…

Ich kenne die kaum zu händelnde Verständnislosigkeit, wenn Pferde mit Hilfsmitteln oder pseudo-pferdefreundlichen Methoden „erzogen“, „ausgebildet“ oder „korrigiert“ werden, ohne dass großes Verständnis von Seiten der Menschen zu erkennen ist. Damit meine ich jetzt keine Situationen, die im allgemeinen Sprachgebrauch als Extrem-Situationen bezeichnet werden, sondern den „ganz normalen Alltag“, wie ihn meiner Schätzung nach sicher 80 % aller Pferde in Deutschland und Dänemark erleben. In Österreich und der Schweiz kenne ich mich nicht gut genug aus um das einschätzen zu können, aber es wird wohl nicht viel anders sein.

Ich kenne das Erstaunen, wenn Menschen so gar nicht bemerkt haben, dass ihr Pferd kurz vor’m Explodieren war, weil sie die Anzeichen erst viel später erkannt haben als ich. Oder gar nicht…

Ich spüre und sehe ganz einfach, ob Pferde sich Menschen gerne nähern und anschließen oder ob sie gelernt haben, dass es für sie der angenehmere Weg ist und ein „Nein Danke, jetzt nicht, weil…“ mit jeder Menge Druck beantwortet würde.

Ich kenne aber auch das überraschte Aufleuchten in den Gesichtern von Menschen wenn sie beginnen zu hinterfragen was „die Masse“ macht und plötzlich selber denken und fühlen – und danach handeln.

Und ganz besonders gut kenne ich das „Ich-will-hier-weg-Gefühl“ wenn mir Menschen erzählen, dass mit mir etwas nicht stimmt, weil ich diese und viele andere „völlig normale“ Dinge so extrem überbewerte!

Nein, ich denke nicht, dass ich (im negativen Verständnis) überempfindlich bin, mich und meine Pferde desensibilisieren müsste und schon gar nicht, dass ich einen guten Therapeuten brauche. 😉

Ich mag da einfach nicht diskutieren. Etwas in Bewegung bringen allerdings schon! Daher ein erster Tipp von vielen, die ich euch in den kommenden Artikeln geben möchte:

Seid einfach so wie ihr seid – andere gibt es schon wie Sand am Meer.

 

Im Mai 2015 schrieb ich aus einer spontanen Laune heraus meinen ersten Artikel über Hochsensibilität bei Menschen und Pferden (klick). Eigentlich ein „Verlegenheits-Artikel“ weil es Zeit wurde mal wieder etwas zu veröffentlichen und ich kurz vorher ein etwas spezielles Erlebnis mit meiner Stute Florina hatte.

Dieser Artikel ist seit seiner Veröffentlichung vor 26 Monaten rund 2.500 Mal gelesen worden, ohne dass ich ihn besondern aktiv verbreitet habe.

Scheinbar besteht ein wachsendes Interesse an diesem Thema, das in meinem Leben immer zur absoluten Selbstverständlichkeit gehört hat. Ich fand mich eigentlich immer völlig „normal“. Für mich war nur merkwürdig, dass andere Menschen so gar nicht mitbekamen, was für mich glasklar zu erkennen war.  😉

Andere „seltsam“ und „langsam“ zu finden ist zum Glück angenehmer, als an sich selber zu zweifeln.  😉 Da war ich „von Haus aus“ klar im Vorteil, weil meine Mutter meine feinen Antennen immer akzeptiert und respektiert und darüber wohl auch ihre eigene erkannt hat. Oder ich meine durch sie – ich weiß es nicht, wer zuerst wen erkannt hat…

Falls es bei Dir noch anders ist lies bitte schon mal meinen Artikel Hochsensibilität bei Menschen und Pferden (klick) vom März 2015. Darin bekommst Du unter anderem zwei kleine, sehr effektive Tipps für den Alltag.

Wie werden (hoch)sensible Menschen und Pferde ein Dream-Team?

Das war die Eingangsfrage. Sie ist sehr komplex und würde diesen einen Artikel komplett sprengen. Deshalb werde ich sie in leicht verdaulichen Häppchen in mehreren Folgeartikeln beantworten und vertiefen. Beginnen werden wir mit der Definition von Hochsensibilität bei Mensch und Pferd und wie vielfältig und unterschiedlich wir die Welt wahrnehmen.

Wenn Du Dich angesprochen fühlst, dann folge diesem Thema gerne bei Facebook auf meiner Seite Pferde-Menschen-Dialoge Mona Schäfer (klick) und abonniere meinen Newsletter. Dazu kannst Du dich hier links in der Menüleiste eintragen und verpasst definitiv keinen Artikel dieser Serie.

 

Veröffentlicht von

Mona Schäfer

Mensch & Pferd werden zu einer Einheit im Denken, Fühlen & Handeln, sobald sie sich gemeinsam begeistern für das was sie tun! Durch echte Dialoge zwischen Pferd & Mensch.

4 Gedanken zu „Wie werden (hoch)sensible Menschen und Pferde ein Dream-Team?“

  1. Liebe Mona,
    ich habe mich sehr gefreut, als ich Deinen Artikel und die Gruppe entdeckte, weil ich meinen Araber und mich in den Beschreibungen wiedererkannte. Es ist so schön, dass wir feinste Stimmungen voneinander spüren können. Mein Pferd fühlt sich z.B. sicherer, sobald es merkt, dass ich seine Sorgen ofer Ängste achtsam wahrnehme.

    1. Hallo Betty,
      wie schön, dass auch Du eure feinen Antennen so zu schätzen weißt.

      Was Du da beschreibst ist so unglaublich wichtig! Wenn Tiere merken, dass wir ihre Ängste und Bedenken wahr nehmen, erst nehmen und ihnen in der Situation zur Seite stehen werden alle Ängste und Sorgen immer weniger und weniger und weniger… Bis sie ganz gehen können. 🙂

      Daher: Danke für Deinen Kommentar und „Herzliche Grüße“ an euch beide!

  2. Habe mich oft in dem Artikel wiedergefunden. Ich engagiere mich sehr im Tierschutz, habe Rettungspferde , traumatisierte Pferde. Nur über meine Hochsensibilität habe ich sie “ erreicht“

    1. Liebe Manuela,
      wie schön! Ja, in diesen Bereichen sind wir goldrichtig aufgehoben und können viel bewirken. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude und tolle Fortschritte. 🙂

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