Immer mehr Menschen wird bewusst, wie einfach wir über Gedanken, Worte oder Gefühle mit anderen Wesen kommunizieren können. Wie hast du gelernt, mit Tieren zu sprechen? war auch die Frage einer Leserin zu meinem Artikel „Fühlst du die Aura deines Pferdes?“ im Dezember 2017.

Das ist schon eine Weile her und eine längere Geschichte: 1994 reiste ich sechs Monate durch die USA. Nach mehreren Wochen an der Tulane University in New Orleans (Louisiana) und einer kleinen Ranch außerhalb von Columbus (Texas) zog es mich nach New Mexico.

Ich verbrachte einen ganzen Tag, die halbe Nacht und den folgenden Tag in Carlsbad, wanderte viele Stunden in den riesigen unterirdischen Höhlen der Carlsbad Caverns umher und beobachtete am Abend Hunderttausende Fledermäuse bei ihrem Flug in die Wüsten-Nacht des Nationalparks. Wüstenlandschaften faszinieren mich schon immer.

Drei Tage später gab der damals noch völlig unbekannte Pat Parelli einen dreitägigen Kurs im Equestrian Centre in Albuquerque, begleitet von seiner Familie und seinem Schimmel Sparky. Der kleine Kreis von 10 aktiven Teilnehmern und etwa der selben Anzahl von Zuschauern ermöglichte einen sehr intensiven Kontakt. Auf der einen Seite war ich fasziniert von diesem völlig neuen Umgang mit Pferden, teilweise aber auch damals schon sehr irritiert.

Von Albuquerque zog es mich nach Santa Fe und von dort aus zu Linda Tellington-Jones, die in dieser Gegend lebte. Ich hatte Glück: Sie war Zuhause, packte für die Equitana in Essen und freute sich über Hilfe aus Deutschland. Also half ich vormittags im Büro und begleitete nachmittags eine Mitarbeiterin zu ihren Terminen: TTouch, Centered-Riding-Lessons, eine traumhafte Mustang-Herde, ein Schimmel-Muli, völlig anderes Vokabular im Umgang mit Tieren und dem Leben generell… Es war eine aufregende, lehrreiche und unvergessliche Zeit.

 

„Schön, dass du da bist!“

Nach einigen Tagen brachte ich einige Bücher vom Büro zu Lindas Privathaus und wurde im Garten stürmisch von ihren beiden Hunden begrüßt. „Schön, dass du da bist.“ hatte ich plötzlich im Kopf und schaute irritiert von einem Hund zum anderen. „Tja, jetzt möchtest du wohl gerne wissen, wer von uns beiden das gesagt hat.“ war der nächste Satz. Dann waren beide verschwunden und ich stand kopfschüttelnd im Garten.

Was war DAS denn?

Für mich meine erste bewusste Erfahrung mit dem, was wir Tierkommunikation nennen! Für diese beiden Banausen sicher ein beliebter Spaß – ich war garantiert nicht die Erste, mit der sie so rumgealbert haben.

Zurück in Lindas Büro legte ich mir gleich das Buch „Animal Talk“ von Penelope Smith auf die Seite. Dabei war ich doch schon total „drin“ im Thema, ohne dass es mir wirklich bewusst war.

 

„Danke, dass du dir so viel Zeit für mich nimmst!“

Da mein Rückflug wieder von New Orleans aus gebucht war, rollte ich meine Tour nun wieder von hinten auf und stoppte noch einmal für 3 weitere Wochen auf „meiner“ Ranch im Süden von Texas, etwa auf halber Strecke zwischen Houston und San Antonio.

Dort hatte ich mich in den Wallach eines jungen Mädchens verliebt, der unglaubliche Probleme beim Verladen hatte. Ihre Eltern waren froh, dass ich noch einmal mit ihm üben wollte. Dude und ich verbrachten viel Zeit miteinander vor dem Hänger, er schaute immer wieder hinein, wusste ja, worum es ging. Bald waren mir seine Probleme klar: Die amerikanischen Hänger haben keine Rampe sondern Türen, die nach rechts und links geöffnet werden. Viele Pferde mögen das, aber für Dude war es ganz schrecklich, dass er beim Aussteigen einen Schritt rückwärts in die Tiefe machen musste.

Da ich ihn (gesehen bei Pat Parelli) von außen in den Hänger schickte und ihn  (so gar nicht Parelli-like) überhaupt nicht drängte, gab er sich unglaublich viel Mühe und kam schon nach ca. 1 Stunde recht gut mit der ungewohnten Verteilung seines Gewichtes beim Aussteigen klar. Irgendwann in dieser Zeit hatte ich den Satz „Danke, dass du dir so viel Zeit für mich nimmst!“ im Kopf.

Gänsehaut pur. Ich glaube ich murmelte noch etwas wie „Ist doch klar, nimm dir alle Zeit, die du brauchst“ oder etwas ähnlich intelligentes. 😉 Drei Tage später ging Dude so entspannt hinein und hinaus, als wäre er im Hänger zur Welt gekommen.

 


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Wie kamen diese magischen Momente zustande?

Ein Teil der Magie lag sicher darin, dass ich völlig ziellos und unvorbereitet war und diese kurzen Wortwechsel nicht geplant hatte. Nach den Erlebnissen der vorangegangenen Wochen war ich einfach offen, locker, entspannt und glücklich. Die Wüste rund um Santa Fe hat eine faszinierende Energie und die gigantische Tropfsteinhöhle mit ihrem riesigen Fledermausschwarm wirkte noch nach.

 

Die Fledermaus als Krafttier

„… Die Fledermaus hilft den Menschen, mehr ihren Intuitionen zu vertrauen oder sie zu schulen. Es gilt in sich hinein zu spüren, auf seine Seele zu hören, die weiß, wo es lang geht. Die Fledermaus unterstützt den Menschen dabei, sich der spirituellen Wahrnehmungsfähigkeiten wie der Hellhörigkeit zu öffnen…“

Ich war einfach rundum entspannt, glücklich, neugierig auf das Leben und der lange Abend mit den Fledermäusen hatte mich perfekt eingestimmt.  😉

Ich will da nicht mehr hin!

Zuvor in Deutschland war ich grottenunglücklich in meinem Bürojob und der auslösende Moment zu dieser „Aussteiger-Reise“ war meine Weigerung, morgens um 7:50 Uhr in einem Parkhaus in der Bankertown Frankfurt aus dem Auto zu steigen.

Ich saß hinterm Lenkrad, heulte „Ich will da nicht mehr hin“ und die Mädels aus meiner Fahrgemeinschaft aktivierten mich a) soweit, dass ich doch wieder ins Büro ging und b), dass ich endlich etwas in meinem Leben bewegte. Meine Mutter bezuschusste ½ Jahr unbezahlten Urlaub und mein Schimmel Lukas zog in den Offenstall einer Freundin, wo er danach dann auch blieb. Eine Kollegin aus dieser Fahrgemeinschaft wollte sowieso zu Hause ausziehen, übernahm für 6 Monate meine Wohnung, zahlte die Hälfte der Miete und versorgte meine Katzen. Und Tschüß.

Natürlich ist nicht für Jeden gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, einige Monate am Stück zu reisen, seinen Job zu kündigen, mal schnell einen eigenen Offenstall auf Nachbars Wiese zu stellen oder andere große Umbrüche zu realisieren. „Ich will so nicht mehr leben“ ist aber ein Gedanke, der sehr, sehr oft an mich heran getragen wird und meine Antwort lautet oft:

 

Fahre doch mal ins Wochenende – nur mit dir alleine

Der Schlüssel liegt meiner Meinung nach in den vielen kleinen Dingen, die wir für uns tun können. Nicht für unser Pferd, Hund, Katze, Meerschwein, Wellensittich, nicht für Ehemann, Partner/in, Kinder, Chef, Oma und Opa. Für uns. Um alle anderen kümmern sich die meisten Menschen sowieso fast rund um die Uhr.

In den letzten 19 Jahren habe ich das bestimmt 60 Schülern vorgeschlagen. Was meinst du, wie viele sich eine solch intensive Zeit mit sich selber wirklich geschenkt haben?

Keine einzige.

Ich selber habe schon sehr viel Gegenwind erfahren, als ich mir 2 x über Weihnachten und Silvester einige völlig freie Tage nur mit meinen Hunden gegönnt habe: Ohne andere Menschen, Telefon und Internet. Aus dieser in diesen Tagen entstandenen tiefen Beziehung zu mir selbst sind die dollsten Ideen entsprungen. Z.B. meine täglichen Impuls-Bilder auf meiner Firmenseite Pferde-Menschen-Dialoge bei Facebook.

 

Zeit für dich ist ein Geschenk

Nicht nur für dich sondern für alle Zwei- und Vierbeiner in deinem Umfeld! Wenn wir auf uns selber achtgeben, uns um uns selber kümmern, unsere Wünsche, Träume und Ziele wahrnehmen, uns zuhören und ernst nehmen was wir fühlen hat der Stress-Strudel keine große Chance.

Der Gedanke „Ich bin mir wichtig und kümmere mich jetzt darum, dass es mir gut geht“ wird gerne als egoistisch und selbstsüchtig bis kaltherzig Anderen gegenüber aufgefasst.

Was hast du spontan gedacht? „Yeah, das ist eine gute Idee. Ich koche mir nach Feierabend einen leckeren Tee, fahre mit Thermoskanne und und einem kleinen Snack in den Stall und schaue meinem Pferd beim Heu-Mümmeln zu“?

Oder „Boah, wie ist die denn drauf? Was ist denn mit XX und YY, denen muss ich erst noch bei … helfen, dann kann ich mir Zeit für mich nehmen. Aber erst muss ich mich noch um ZZ kümmern und dann… vielleicht… später… oder morgen… ist ja bald Wochenende… und im Frühling ist es im Stall sowieso viel angenehmer…“?

 

Lebst du deine Potentiale und Talente?

Sie sind ein Geschenk des Lebens an dich! Wenn wir mehr auf andere schauen als auf uns selbst, können wir nur einen Bruchteil unserer Potentiale und Talente leben. Die haben wir geschenkt bekommen um etwas aus ihnen zu machen, was uns und automatisch alle anderen Beteiligten glücklich macht!

Tun wir das nicht, machen wir uns das Leben selber unangenehm, langweilig, sinnlos, hart und schwer. Und unsere Tiere erreichen uns nicht. Oder oft erst über unschönes und unerwünschtes Verhalten, Erkrankungen, Unfälle oder andere Katastrophen.

 

Höre auch dir gut zu

Es ist so schön, wie viele Menschen inzwischen ihren Pferden zuhören! Viele vergessen allerdings immer noch, sich selber zuzuhören, sich zu fühlen, sich zu verstehen!

Höre dir zu, finde heraus was dir gut tut
und mache genau das so oft wie möglich.

Löse dich von dem vielleicht vorhandenen Gedanken, ein unsozialer Egoist zu sein und dein Leben wird plötzlich unglaublich voll und reich. So kannst du viel und gerne geben, wenn du darum gebeten wirst. Ohne dich aufzureiben.

So bist du offen für unglaublich magische Momente zwischen dir und deinem Tier!

Und die Fledermäuse?

Fledermäuse begleiten mich seitdem regelmäßig: Vor meinem Umzug auf die kleine dänische Insel Ærø lebte ich im schönen Maintal am Rand des Spessarts. Direkt am Waldrand, über uns eine alte Burgruine. Wer kreiste dort in der Dämmerung? Meine Freunde, die Fledermäuse.

Auch hier genieße ich ihre Anwesenheit: Im Sommer ziehen sie Schleifen auf dem Weg direkt fast vor unserem Haus. Ich kann sie sehen und auch mit geschlossenen Augen spüren. Meine Hunde haben sich schon lange daran gewöhnt, dass ich abends oft länger dort stehe.

Im nächsten Frühling werden wir in einen noch größeren Bereich unseres Gartens und in meiner kleinen Sommerkoppel eine Wildblumenmischung aussähen. Damit sie auch im Monsanto-Zeitalter genügend gesunde Insekten fangen können und mich auch weiterhin am späten Abend einladen, meinen Intuitionen zu vertrauen, in mich hinein zu spüren, auf meine Seele zu hören und mich meinen spirituellen Wahrnehmungsfähigkeiten wie der Hellhörigkeit zu öffnen.

Eine lange Antwort auf die kurze Frage „Wie hast du gelernt, mit Tieren zu sprechen?“ Und eigentlich habe ich erst über die Erlebnisse berichtet, durch die ich eingestimmt und vorbereitet wurde.

Wollt ihr eine Fortsetzung? Zurück in Deutschland ließ mein Empfänger nämlich schnell nach und war bald ganz kaputt…

Du suchst Austausch mit Gleichgesinnten? Dann bist du in unserer Facebook-Gruppe „(Hoch)sensibilität bei Mensch und Pferd“ ganz herzlich willkommen!

Mona Schäfer im Januar 2018